Fachartikel von Wolfgang Riedel
Kein Controlling – junge Firmen im Blindflug
Kein Controlling – junge Firmen im Blindflug
Peter V. aus Karlsruhe hat vor einem halben Jahr eine Agentur für Firmenveranstaltungen gegründet. Er konnte bereits mehrere Unternehmen als Kunden gewinnen und hat gut zu tun. Verblüfft hat ihn folgende Frage seiner Frau: Wie viel verdienst du eigentlich?
Ein Beitrag von Wolfgang Riedel
Bei der Erstellung des Businessplanes arbeitete er lange an der Erstellung der Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Nachdem die Firma am Start war, folgte die Kundenakquise und schnell die ersten Aufträge. Die Veranstaltungen mussten geplant und durchgeführt werden.
Er vereinbarte mit seinem Steuerberater, dass die Buchhaltung übernommen wird und stellte pünktlich jeden Monat die Belege zur Verfügung. Es kamen auch jeden Monat eine Vielzahl von unübersichtlichen Blättern, betriebswirtschaftliche Auswertung genannt. Mit diesem Zahlenfriedhof wollte er sich schon immer einmal beschäftigen. Die Frage seiner Frau machte ihn nachdenklich, da ihm klar wurde, dass er nicht wusste wo er stand und im Blindflug unterwegs war. Eine typische Situation für junge Firmen in der Startphase, vor allem für Einzelkämpfer. Das Tagesgeschäft nimmt den Gründer stark in Anspruch, so dass der Businessplan in Vergessenheit gerät. Also heißt es, den Businessplan wieder hervorzuholen und sich die Planwerte pro Monat anzuschauen. Diese Planzahlen können den Ist-Werten aus der betriebswirtschaftlichen Auswertung gegenüber gestellt werden. Das gilt für die monatlichen Zahlen, wie auch für die kumulierten Ergebnisse des laufenden Jahres. Diese sind noch aussagefähiger sind, da kurzfristige Schwankungen ausgeglichen werden. Wichtig ist es vor allem, die Abweichungen zwischen der Planung und dem tatsächlichen Ergebnis zu analysieren. Das ist der entscheidende Punkt für Antworten auf die Fragen, warum Abweichungen entstanden sind und welche Maßnahmen getroffen werden können. Mit dieser Vorgehensweise kann sich der Gründer schon ein erstes kleines Controlling-Instrumentarium, z.B. in Excel, erstellen!
Was bedeutet eigentlich Controlling?
Der "Controller" ist vielen Menschen als Steuerungsinstrument bei ihrer Spielkonsole bekannt. Controlling hat im Geschäftsleben eine ähnliche Funktion. Es ist ein Werkzeug um seine Zahlen im Griff zu haben und den Betrieb zu steuern.
Natürlich ist dies leichter gesagt, als getan, da sich die meisten Gründer nur einmal im Leben selbstständig machen und die Ressourcen begrenzt sind. Daher ist dies ein typischer Fall für ein Gründercoaching, das von der KfW zwischen 50 Prozent und 90 Prozent bezuschusst wird. Gemeinsam mit einem Coach kann ein erstes Controlling Instrumentarium erarbeitet werden.
Peter V. kann seiner Frau damit nicht nur sagen, was er bis jetzt verdient hat, sondern aufgrund der Planrechnung auch wie viel er vermutlich nächsten Monat erwirtschaften wird.
Wie Selbstständige Ihre Zusammenarbeit mit Banken verbessern können
Wie Selbstständige Ihre Zusammenarbeit mit Banken verbessern können
Vom Gejagten zum Jäger
Selbstständige und kleine Unternehmen fühlen sich durch die Anforderungen ihrer Bank oft als Gejagte. Sie müssen mittlerweile fast die gleichen Anforderungen wie Großbetriebe erfüllen. Dies gilt zumindest, wenn Sie einen Kredit in Anspruch nehmen oder eine Kontokorrentkreditlinie eingeräumt wurde. Und für welchen Selbstständigen gilt dies nicht?
Mit schöner Regelmäßigkeit wird die Offenlegung der Einkommensverhältnisse gefordert. Jahresabschluss, Einnahme-Überschuss-Rechnung und aktuelle BWA sind die üblichen Unterlagen. Wenn eine Überziehung der Kreditlinie oder eine Kontoüberziehung benötigt wird, sind zusätzliche Unterlagen wie z.B. eine Planung und eine Forderungsaufstellung notwendig.
Warum warten Selbstständige bis diese Unterlagen angefordert und eingefordert werden?
Der Kontakt mit der Bank wird von vielen Selbstständigen als unangenehm empfunden und daher weitgehend gemieden. Viele Banken sind sich darüber selten bewusst. Keine Zeit – auch möglich, aber es gibt keine Alternative zur Einreichung der Unterlagen. Sinnvoll und stressfreier ist es die Bank von sich aus mit Informationen zu versorgen. Ein regelmäßiger Informationsfluss schafft Vertrauen und verbessert eventuell das Rating. Wenn ein Kredit benötigt wird sind alle Unterlagen bereits vorhanden und der Entscheidungsprozess geht schneller.
Warum macht es Sinn mehr einzureichen, als verlangt wird?
Neben den Zahlen macht es Sinn die Bank über neue Produkte, Marketingmaßnahmen oder neue Kunden zu informieren. Überraschen Sie Ihre Bank einmal positiv- gehen Sie in die (Informations)Offensive!
Zugegeben: die Einrichtung eines „Bankenreporting", wie ein regelmäßiges Informationssystem für Banken genannt wird, erfordert einen gewissen Aufwand. Großbetriebe beschäftigen dafür ganze Abteilungen; bei kleineren Firmen ist es sinnvoll dafür einen externen Fachmann zu engagieren. Durch eine Vielzahl von staatlichen Förderprogrammen ist dies zu moderaten Kosten möglich. Es lohnt sich die Beziehung zur Bank offensiv zu gestalten und der Rolle des Gejagten zu entfliehen. Wenn die Hausbank dies nicht schätzt, gibt es sicher auch Alternativen.
Vom Künstler zum Kunstunternehmer
RIEDEXCO jetzt Nummer Eins bei KfW-Beratungen
RIEDEXCO jetzt Nummer Eins bei KfW-Beratungen
(16.05.2011)
Karlsruhe (bb). Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert Beratungen für Firmen durch Zuschüsse, z.B. in den Programm Gründercoaching, Turn-Around Beratung und Runder Tisch. Die Förderung beläuft sich auf 50 bis 90 Prozent der Beratungskosten.
Voraussetzung ist, dass der Berater ein Akkreditierungsverfahren überstanden hat und mindestens drei Referenzen vorweisen kann. Die Berater sind gelistet in der KfW-Beraterbörse mit Bewertungen und Beratungsschwerpunkten.
Wolfgang Riedel, der Inhaber der Karlsruher Beratungsfirma RIEDEXCO hat mit 22 positiven Kundenbewertung jetzt die Spitzenposition im Raum Karlsruhe übernommen. Weitere fünf Berater haben über zehn positive Bewertungen vorzuweisen. Die Mehrzahl liegt zwischen drei und zehn Referenzen.
RIEDEXCO arbeitet daran, seine führende Rolle als Anbieter von umsetzbaren Lösungen im Existenzgründungs- und Fördermittelbereich weiter auszubauen.
Start-up von Freiberuflern
Start-up von Freiberuflern
Fachbeitrag von Wolfgang Riedel (14.04.2011)
Roland M. ist Marketingfachmann und hat zum Jahresbeginn seine selbstständige Tätigkeit aufgenommen. Er ist der typische Existenzgründer von heute, der als Einzelkämpfer beginnt und als Freiberufler tätig ist. Die Anzahl der Freiberufler hat sich allein in den letzten 15 Jahren verdoppelt und die Tendenz ist weiter steigend.
Die freiberufliche Tätigkeit war ursprünglich ein typisches Berufsfeld von Heilberufen. Diese Berufsgruppe hat heute noch einen Anteil von ca. 30 Prozent an den über 1,1 Mio. Freiberuflern in Deutschland. Bemerkenswert ist, dass in Kulturberufen mittlerweile ca. 25 Prozent tätig sind. Auf das Segment beratender Berufe entfallen ca. 27 Prozent. Neugründungen sind besonders häufig bei Beratern, Trainern, IT-Fachleuten, PR-Fachleuten, Künstlern und Gutachtern zu beobachten.
Wo liegen die Unterschiede zu anderen Branchen?
Der Marketingspezialist Roland M. benötigt im Gegensatz zu Handwerkern oder Händlern bei der Gründung keine Maschinen und keine Warenlager. Er braucht lediglich eine Büroeinrichtung, da er sein vorhandenes Fahrzeug geschäftlich nutzen kann. In der Anfangsphase sind auch keine Mitarbeiter und teuren Räumlichkeiten erforderlich.
Welche Knackpunkte sind zu beachten?
Es besteht die Gefahr, dass ein Start-up als Freiberufler unterschätzt wird, da sich die Arbeitssituation oft nicht gravierend ändert. Dies gilt insbesondere, wenn bereits als Angestellter im home-office gearbeitet wurde.
Zwingend notwendig ist ein strukturierter Businessplan, nicht nur fürs Arbeitsamt. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Punkte "Leistungspalette" und "Umsatzplanung" zu legen.
Herr M. hat bereits einen Auftrag von seinem bisherigen Arbeitgeber für ein spezielles Marketingprojekt. Die Fokussierung auf einen Abnehmer kann zwar für die Anfangsphase positiv sein, auf Dauer besteht damit jedoch die Gefahr der Abhängigkeit. Die strukturierte Aufgliederung der Leistungspalette gibt die Chance, nicht nur die eigene Arbeitskraft in Stunden zu verkaufen. Bei näherer Betrachtung gibt es immer Chancen, die eigenen Leistungen anzureichern und zu ergänzen.
Kooperationen mit Anbietern angrenzender Bereiche ermöglichen es nicht nur Einzelleistungen, sondern Gesamtpakete anzubieten. Es gibt eine große Zahl von Freiberuflern, die für eine Zusammenarbeit aufgeschlossen ist. Weiterhin haben beide Kooperationspartner einen Kundenkreis, der gemeinsam genutzt werden kann. Warum soll Roland M. nicht mit einem Personalberater oder einem betriebswirtschaftlichen Berater kooperieren?
Planung bedeutet den Zufall zu ersetzen!
Das gilt auch für die Ermittlung von realistisch erreichbaren Umsatzzielen. Umsätze sind die Ausgangsgröße für den zu erzielenden Ertrag. Die Kostenstruktur steht bei kleinen Gründungen meist fest und ist am Minimum orientiert. Da die Realisierung von Umsätzen oft länger dauert, als ursprünglich gedacht, ist eine Liquiditätsreserve zur Deckung der Kosten in den ersten drei bis sechs Monaten erforderlich. Mit dem Gründungszuschuss kann ein Teil abgedeckt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte zusätzlich eine Kontokorrentlinie oder ein Mikrokredit in Betracht gezogen werden.
Wenn unser freiberuflicher Marketingfachmann Roland M. diese Eckpunkte bei der Gründung beachtet und sein Hauptaugenmerk zunächst auf den Vertrieb richtet, sind gute Erfolgsaussichten vorhanden. Die Einbeziehung eines Gründungsberaters hilft Fehler zu vermeiden, die andere bereits gemacht haben.
Eigentlich eine einfache Sache - Banktermine für Existenzgründer
Ein Beitrag von Wolfgang Riedel
Felix Maier beabsichtigt sich im EDV-Bereich mit einem Schulungsunternehmen in einer süddeutschen Großstadt selbstständig zu machen. Der Businessplan steht, somit kann der Gründer als nächsten Schritt einen Banktermin vereinbaren, um die Finanzierung zu besprechen. Tatsächlich ist eine Terminvereinbarung manchmal ganz einfach, vor allem in ländlichen Gebieten. Jedoch leider nur manchmal!
Nachfolgend wird der Verlauf von typischen Dialogen zur Terminvereinbarung geschildert:
Erster Versuch bei Großbank
Gründer: | Guten Tag ich bin Felix Maier und möchte gerne einen Termin für eine Existenzgründungsfinanzierung vereinbaren. | |
Bank: | Da ist unsere Zentralabteilung Existenzgründung dafür zuständig. | |
Gründer: | Dann verbinden Sie mich bitte. | |
Bank: | Das ist leider nicht möglich, die haben keine externe Telefonnummer. Geben Sie mir bitte Ihre Telefonnummer, wir rufen dann zurück. | |
Gründer: | Können Sie mir bitte sagen, wer mein Ansprechpartner sein wird und in welchem Zeitraum ein Rückruf erfolgt, denn ich bin nicht immer erreichbar? | |
Bank: | Das kann ich leider nicht sagen, ich kann nur ihre Telefonnummer weitergeben. |
Anmerkung: Nach zwei Wochen ist noch kein Rückruf erfolgt.
Zweiter Versuch bei Regionalbank 1:
Gründer: | Guten Tag, ich bin Felix Maier und möchte gerne einen Termin für eine Existenzgründungsfinanzierung vereinbaren. | |
Bank: | Wir machen aber nur Termine, wenn wir das Vorhaben vorab geprüft haben. Bitte senden Sie uns Ihre Unterlagen per E-Mail zu. Wir prüfen dann und rufen Sie gerne zurück. | |
Gründer: | Ja, ich kann Ihnen die Unterlagen senden, aber könnten wir nicht auch einen Gesprächstermin vereinbaren. | |
Bank: | Das geht leider nicht, wir vergeben nur einen Termin, wenn wir Ihren Businessplan vorab geprüft haben. Ein Beratungstermin kostet übrigens 150 Euro. Wir rufen Sie nach der Vorprüfung gerne zurück. |
Anmerkung: Nach zehn Tagen ist noch kein Rückruf erfolgt. Nach hartnäckigen Rückfragen wurde festgestellt, dass die E-Mail wohl in der Firewall hängen geblieben ist.
Dritter Versuch bei Regionalbank 2:
Gründer: | Guten Tag ich bin Felix Maier und möchte gerne einen Termin für eine Existenzgründungsfinanzierung vereinbaren. | |
Bank: | Das wird bei uns auf der jeweiligen Filiale gemacht, welche Filiale ist denn für Sie zuständig? | |
Gründer: | Das weiß ich leider nicht. | |
Bank: | Wo wohnen Sie denn? | |
Gründer: | In der Schumannstraße. | |
Bank: | Dann ist für Sie die Filiale am Ostplatz zuständig, kann ich Sie verbinden? | |
Gründer: | Ja, gerne. | |
Bank: | Filiale am Ostplatz, was können wir für Sie tun? | |
Gründer: | Ich möchte gerne einen Termin für eine Existenzgründungsfinanzierung vereinbaren. | |
Bankfiliale: | Das macht unser Filialleiter Herr Huber, der hat aber im Moment Urlaub. | |
Gründer: | Wann kommt er denn wieder oder hat er einen Vertreter? | |
Bankfiliale: | Das macht Herr Huber nur selber, aber am Montag ist er wieder aus dem Urlaub zurück. Da können Sie ihn anrufen. | |
Gründer: | Können Sie mir seine Durchwahl geben? | |
Bankfiliale: | Ja gerne. |
Erfolglose Anrufe durch Gründer am Montag und Dienstag (der Apparat ist entweder besetzt oder es nimmt keiner ab)
Anruf Gründer am Mittwoch: Ich bin Felix Maier…
Filialleiter: Ich glaube Sie haben schon öfters angerufen. Aber hier ist die Hölle los und ich komme gerade aus dem Urlaub. Was kann ich für Sie tun?
Gründer: Ich möchte gerne einen Termin für eine Existenzgründungsfinanzierung vereinbaren.
Filialleiter: Ja, das können wir machen, aber könnten Sie mir bitte vorab den Businessplan zusenden. Ich melde mich dann bis Freitag diese Woche.
Erfolglose Anrufe des Gründers am Freitag und am Montag der nächsten Woche.
Anruf Gründer am Dienstag: Sie wollten mich wegen meines Businessplans zurückrufen.
Filialleiter: Es tut mir leid, wir haben im Moment viel Arbeit und zwei Kollegen sind krank. Ich habe den Businessplan kurz angeschaut. Das sind ja mehr als 50.000 Euro, dann ist dafür unsere Zentrale zuständig.
Gründer: Könnten Sie mir bitte den Ansprechpartner in der Zentrale nennen und meine Unterlagen weiterleiten?
Filialleiter: Das ist schwierig, Herr Ludwig ist gerade im Urlaub und Herr Hirsch ist krank. Ich muss da zuerst selber einmal recherchieren. Ich rufe Sie zurück.
Nach drei weiteren Tagen:
Anruf Bank Herr Schulze: Sie interessieren sich für eine Exstenzgründungsfinanzierung?
Gründer: Ja, wie schon mehrfach zum Ausdruck gebracht.
Bank Herr Schulze: Eigentlich ist dafür Herr Ludwig oder Herr Hirsch zuständig, die sind beide nicht da. Aber wir vergeben Termine sowieso nur, wenn wir vorher die Unterlagen geprüft haben. Können Sie uns bitte den Businessplan zusenden?
Anmerkung: Nein, danke…
Erfolgsfaktor Kontoverbindung
Die beste Voraussetzung für eine schnelle Terminvereinbarung liegt vor, wenn der potentielle Gründer bereits Privatkunde bei der Bank ist und einen guten Kontakt zu seinem Kundenberater hat. Der Kundenberater stellt oftmals einen Kontakt zur richtigen Stelle in seinem Haus her und avisiert den gründungswilligen Kandidaten bei seinen Kollegen.
Voraussetzung ist jedoch, dass sich diese Bank auch das Geschäft mit Firmenkunden auf seine Fahnen geschrieben hat. Felix Maier ist, wie eine große Zahl potentieller Gründer, Kunde bei einer Direktbank, wie ING, netbank, DBK, RBS etc. oder einer ausschließlich auf Privatkunden ausgerichtete Bank wie Sparda-Bank und Postbank. Für sie besteht bei ihrem Institut keine Möglichkeit für ein Existenzgründungdarlehen. Sie müssen sich daher als Neukunde bei einer anderen Bank "bewerben".
Handlungsmöglichkeiten
Gute Erfolgschancen für eine reibungslose Terminvereinbarung gibt es auch, wenn im Internet direkte Ansprechpartner mit Durchwahlnummern aufgeführt sind. Der Trend geht jedoch dahin, dass man einzelne Berater in Banken nicht mehr direkt erreichen kann, sondern dem Anrufer eine Service-Nummer zur Verfügung steht. Die Berater werden abgeschottet, um Ihnen "Zeit zur Beratung" zu geben.
Ansonsten ist es hilfreich, wenn "man einen kennt, der einen kennt". Felix Maier hat einen Bekannten, der bereits selbstständig ist und einen Firmenkundenberater bei seiner Bank hat, der als Ausgangspunkt benutzt werden kann. Wichtig ist es jedoch abzuschätzen, ob der Bekannte eine gute Bonität hat, sonst kann der Schuss auch nach hinten los gehen. Eine weitere Möglichkeit ist die Terminvereinbarung über einen Gründungsberater, der oftmals über regionale Netzwerke bei Banken verfügt.
Handlungsalternativen für Gründer mit geringem Kreditbedarf
Häufig sind 30.000 Euro die Grenze, ab der sich eine Bank erst für die Begleitung einer Existenzgründung interessiert. Jedoch braucht nicht jedes Vorhaben so viel Kapital. Wolfgang Riedel erklärt in seinem Fachbeitrag, was es für Finanzierungsalternativen für Gründer mit geringem Kreditbedarf gibt.
Ein Beitrag von Wolfgang Riedel
Sven W. möchte sich als Personal-Trainer selbständig machen und Menschen mit gutem Einkommen und wenig Zeit zu einer guten Figur verhelfen. Er hat einen Finanzierungsbedarf für Equipment und Vorlaufkosten von 6.000 Euro. Ronny H. beabsichtigt spezielle Motorradverkleidungen herzustellen und zu verkaufen, die es im Handel nicht gibt. Dafür benötigt er 15.000 Euro für Geräte, Material und Vorlaufkosten. Beide angehenden Jungunternehmer haben folgendes gemeinsam: Sie gehören zu der Gruppe von ca. 80 % aller Existenzgründer, die einen Finanzierungsbedarf von unter 30.000 Euro haben. Der Betrag von 30.000 Euro scheint jedoch eine gewisse Grenze zu sein, ab der Banken überhaupt ein Interesse an der Begleitung einer Existenzgründung zeigen. Aufgrund eines recht hohen Grundaufwandes für eine Existenzgründungsfinanzierung sind die Gewinnmargen bei kleineren Kreditbeträgen vielen Banken zu gering. Dies muss einem potentiellen Gründer bewusst sein, damit er seine Vorgehensweise darauf abstellen kann.
Betrachten wir zunächst einmal die gängigsten Finanzierungsmittel, die grundsätzlich zur Verfügung stehen. "Grundsätzlich" bedeutet jedoch nicht, dass jeder Gründer die Chance hat, diese Mittel in Anspruch zu nehmen.
Finanzierungsmittel Nr. 1: Das am häufigsten verwendete Finanzierungsmittel bei Existenzgründungen mit einem geringen Kreditbedarf ist das KfW-Startgeld (bis 50.000 Euro). Die KfW übernimmt dabei 80 Prozent des Kreditrisikos gegenüber der Hausbank. Weitere Programme mit ähnlicher Ausgestaltung werden in den einzelnen Bundesländern über Landesmittel vergeben, z.B. L-Bank Starthilfe in Baden-Württemberg.Die Finanzierung muss jedoch immer über eine Geschäftsbank erfolgen. Es muss also zuerst die Bank überzeugt werden, dass der Antrag auf öffentliche Fördermittel gestellt wird. Dazu muss erst ein Grundinteresse der Bank vorhanden sein. Anschließend werden der Businessplan und die finanziellen Verhältnisse geprüft.
Alternative Finanzierung: Ein anderes Finanzierungsinstrument mit zunehmender Bedeutung sind Mikrokredite. Ein staatlicher Mikrokreditfond wird von der GLS Bank in Bochum verwaltet. Die Vergabe erfolgt durch akkreditierte Partner, z.B. Unternehmensberatungen, die eine Kompetenz zur Vergabe von Krediten bis zu einer bestimmten Höhe besitzen. Der Höchstkreditbetrag liegt bei 20.000 Euro; am häufigsten werden jedoch Beträge zwischen 3.000 Euro und 10.000 Euro vergeben.Ein Mikrokredit kann sich der Existenzgründer jedoch auch nicht "einfach abholen". Ab bestimmten Beträgen wird die Mitwirkung von Bürgen verlangt. Ein Nachteil ist auch der hohe Zinssatz von 7,5 Prozent. Die Internet-Kreditbörsen "Smava" und "auxmoney" sind übrigens für Existenzgründer nicht geeignet.Welche Handlungsalternativen haben Gründer?
Künftige Jungunternehmer mit einem Finanzierungsvolumen unter 30.000 Euro sollten folgende Alternativen überdenken: Eine Möglichkeit ist den Kapitalbedarf weit möglichst zu reduzieren. Dadurch kann ein Start-Up eventuell ohne Fremdkapital auskommen oder sich im Rahmen von Mirkodarlehen bewegen.Eine weitere Möglichkeit, die hier angesprochen wird, ist, den Kapitalbedarf etwas anzuheben. Durch ein gewisses „Aufblähen“ kann ein Betrag erreicht werden, der eine für Banken interessante Höhe erreicht.Dafür braucht man keine höheren und eventuell sinnlosen Investitionen tätigen, sondern kann vor allem den Bedarf an so genannten Betriebsmitteln (Anlaufphase, Zahlungsziele etc.) erhöhen. Eine Überlegung kann auch sein, ob ein Fahrzeug, das ursprünglich geleast werden sollte, in die Finanzierung mit einbezogen wird. Da Kreditmittel aus dem KfW-Startgeld jederzeit zurückbezahlt werden können, ist es kein Problem überschüssige Liquidität wieder zurückzuführen.
Ein ursprünglich angedachter Finanzierungsrahmen zwischen 10.000 Euro und 25.000 Euro kann somit in eine Größenordnung zwischen 30.000 Euro und 40.000 Euro angehoben werden. Dies muss natürlich mit Bedacht geschehen, da mit steigendem Finanzierungsbedarf auch die Anforderung an das Eigenkapital steigt.Die Mindestanforderung der Banken bei Einsatz des KfW-Startgelds liegt bei ca. zehn Prozent Eigenkapital. Dabei sollte es für den Gründer keine große Rolle spielen dürfen, ob der Eigenkapitaleinsatz bei 2.000 Euro oder 4.000 Euro liegt. Wer Beträge in dieser Größenordnung nicht zur Verfügung hat, bietet keine geeigneten Voraussetzungen für eine Gründung mit Kreditmittel, sondern muss andere Modelle fokussieren.
Fazit: Häufig werden Banken wegen Ihres Kreditverhaltens gegenüber kleinen Firmen und Existenzgründern kritisiert. Dies ist verständlich, da häufig auch Gründer mit einem gut vorbereitem Vorhaben Probleme bei der Finanzierung haben, die nicht in das Raster passen. Andererseits ist zu akzeptieren, dass Banken Wirtschaftsunternehmen sind, die nach Ertragsgesichtspunkten arbeiten.
Dies bedeutet aber, dass ein Kreditnehmer sich darauf einstellen kann und berücksichtigen muss, "wie Banken ticken". Vor der Präsentation des Vorhabens ist ein intensives Training mit einem Fachmann für das Bankgespräch zu empfehlen. Das Konzept sollte mindestens zwei Banken vorgestellt werden, die auch zu einem unterschiedlichen Ergebnis kommen können. Im Vergleich zu anderen Bankengruppen sind bei Volksbanken und Sparkassen die größten Erfolgschancen vorhanden.
Muster-Businessplan für Existenzgründer
Wie können Gründer davon optimal profitieren?
von Wolfgang Riedel - KfW-Gründercoach
Der Steuerberater um die Ecke ist schon lange nicht mehr erster Ansprechpartner, wenn es um Existenzgründung geht. An wen wendet sich ein Gründer heutzutage, wenn er sich selbstständig machten will und einen Businessplan benötigt? Natürlich gibt er den Begriff zunächst in eine Suchmaschine ein. Dabei wird er mit über 40.000 Einträgen fündig, die Google bei der Eingabe von „Businessplan" und „Muster" auswirft. In den letzten Jahren ist die Anzahl der Anbieter von Mustern oder Vorlagen für Businesspläne deutlich gestiegen. Oft ist die Möglichkeit zur Erstellung oder dem Erwerb eines Businessplanes in ein Informationsportal zum Thema Existenzgründung eingebettet.
Wie funktionieren Muster-Businesspläne?
Die Muster Businesspläne sind in einen Textteil für die verbale Beschreibung des Vorhabens und einen Zahlenteil für die Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung gegliedert.Am Beispiel der renommierten Anbieter „unternehmenswelt.de" und „indaro.de", werden unterschiedliche Konzeptionen vorgestellt:
Bei Unternehmenswelt gibt der Interessent seine Daten und Informationen in eine Datenbank ein. Auf Basis dieser Informationen wird ein Musterbusinessplan erstellt, der eine gute Tendenz in die Richtung des Vorhabens aufweist. Die Erstellung ist kostenfrei, er wird aber nur nach telefonischer Rücksprache mit einem Mitarbeiter frei geschaltet. Das Ergebnis wird lediglich als pdf-Datei zur Verfügung gestellt und kann grundsätzlich nur in der Plattform von Unternehmenswelt bearbeitet werden.Bei Indaro kann man einen branchenbezogenen Businessplan erwerben, der auch zusätzlich statistische Werte enthält. Der Preis pro Businessplan beträgt 39,90 €. Das Dokument wird als Word-Datei zur Verfügung gestellt und kann problemlos weiterverarbeitet werden. Derzeit werden ca. 100 Branchen angeboten, von der Ballettschule über Gebäudereinigung bis zum Web-Design.Beide Vorgehensweisen geben eine Grundstruktur vor und sind als Einstieg geeignet. Welche Art Businessplan in Anspruch genommen wird, kommt letztendlich auf den Geschmack des Nutzers an. Sind beim Vorhaben Markt- und Branchendaten wichtig, ist der Erwerb einer branchenbezogenen Vorlage sinnvoll.
Was ist bei der Verwendung von Muster-Businessplänen zu beachten?
Die Bereitstellung einer Struktur, um seinen Businessplan zu erstellen ist grundsätzlich hilfreich und erleichtert den Einstieg. Es handelt sich jedoch um keinen fertigen Businessplan, der mit einigen Sätzen ergänzt wird. Die vorgegebenen Textvorschläge sind als Anregung zu verstehen und müssen durch individuelle Inhalte ersetzt werden.Beispiele für Musterformulierungen, die gerne übernommen werden:„Mein Ziel ist es, mit meinem Angebot und meinen Leistungen, schnell neue Kunden zu gewinnen, diese langfristig zu halten und meinen Kundenstamm weiter auszubauen." „Hinsichtlich meiner persönlichen Entwicklung fühle ich mich in der Lage, ein Unternehmen selbstständig und erfolgreich zu führen. Der weitere Gründungsprozess wird natürlich Veränderungen hinsichtlich meiner Handlungen verlangen, doch ich bin flexibel genug, um mich diesen Herausforderungen zu stellen."„Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass eine auf Dauer tragfähige Unternehmung nur durch die ständige Überprüfung aller betriebswirtschaftlichen Vorgänge existieren kann und ich meine Strategien ggf. jederzeit einer neuen wirtschaftlichen Situation anpassen muss."Die Aussagen sind grundsätzlich alle richtig und können zum Nachdenken anregen. Jedoch können mit der Übernahme dieser Textbausteine problemlos viele Seiten gefüllt werden, ohne dass eine konkrete Aussage über das eigene Vorhaben enthalten ist.
Folgende Fragen sind Mindestanforderungen, die ein Gründer eigenständig beantworten muss:
Welche Produkte und Leistungen werden angeboten?
Welche Besonderheiten liegen vor?
Wie unterscheide ich mich von den Wettbewerbern?
Wer und wo sind meine potentiellen Kunden?
Wie gelingt es mir diese Kunden zu gewinnen?
Bin ich mir über die Risiken einer selbständigen Tätigkeit bewusst?
Wie überprüfe ich meine betriebliche Entwicklung?
Je detaillierter die Vorgehensweise beschrieben wird, umso besser kann der Businessplan ein Fahrplan für die eigene Existenzgründung sein und nicht nur eine Genehmigungsvorlage für die Agentur für Arbeit.
Wie ist der Zahlenteil eines Muster-Businessplans zu bewerten?
Der Zahlenteil besteht aus den Planrechnungen (Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung) und stellt den 2. Teil eines Businessplans dar. Die angebotenen Module zur Planung sind gut zu handhaben und vollkommen ausreichend. Für einen Existenzgründer, der nicht stark betriebswirtschaftlich vorgebildet ist, die Bewertung der ermittelten Ergebnisse allerdings problematisch.
Folgende Fragen stellen sich bei der Durchsicht des Zahlenwerks:
Ist der Umsatzerwartung realistisch?
Entspricht die Wareneinsatzquote den Branchenbedingungen?
Wurden alle Kosten erfasst?
Ist der ermittelte Gewinn ausreichend?
Welchen Gewinn erzielen andere Firmen der Branche?
Das auf Basis der Planwerte erstellte Zahlenwerk ist sehr umfangreich und umfasst mehrere Seiten. Um den Überblick zu erhalten und die Bewertung der Ergebnisse sicherzustellen, kann die Einschaltung eines Gründercoachs sinnvoll sein.Die Anbieter von Muster-Businessplänen erheben keinen Anspruch einen fertigen Businessplan zu liefern. Es wird darauf hingewiesen, dass eine individuelle Anpassung und eventuell eine professionelle Unterstützung notwendig ist.Als weitere Dienstleistung bieten daher Unternehmenswelt, Indaro und auch andere Anbieter, Unterstützung durch einen regionalen Berater an. Diese Beratertätigkeit ist kostenpflichtig, kann jedoch oft durch den Einsatz von Fördermittel oft preisgünstig angeboten werden.
Empfehlung für die Vorgehensweise:
- Muster-Businessplan anfordern
- Anpassung auf die eigenen Verhältnisse
- Einschaltung eines GründercoachsWolfgang Riedel
Von Bankern und Leichenbestattern
Warum Firmenkredite nicht abgelehnt werden
von Wolfgang Riedel
Kredite werden nicht abgelehnt, sondern der Kunde kann Auflagen nicht erfüllen. Verantwortliche für Kreditentscheidungen werden nicht genannt, da man sich mit dem Kunen nicht auseinandersetzen möchte. Was kann man dagegen tun?„Ihr Kreditwunsch ist leider derzeit nicht darstellbar" ist noch eine der konkretesten Aussagen, wenn Firmenkredite nicht genehmigt werden. Kredite werden von Banken meist nicht abgelehnt, sondern der Kunde kann die Auflagen nicht erfüllen. Natürlich wird diese Feststellung von höchstem Bedauern begleitet. Das ist die gängige Praxis im Kreditgeschäft mit Selbstständigen. Die Sprachweise erinnert an Pfarrer oder Leichenbestatter, die das Wort Tod nicht in den Mund nehmen und vom Heimgang oder Verscheiden reden.
Was ist der Grund für diese Vorgehensweise?
Es ist die Angst vor dem Kunden, der nachfragen könnte aus welchen Gründen die Ablehnung erfolgte. Wenn es keine Ablehnung gibt, besteht auch kein Anlass für eine Begründung.
Eine dichte Nebelfront zieht auf, wenn nachgefragt wird, wer für die „Nichtgenehmigung" verantwortlich ist. Richtig ist, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Kundenberater eigenständig größere Kredite zusagen konnten. Das Vieraugenprinzip mit Genehmigung durch Kundenberater und Marktfolgemitarbeiter hat sich durchgesetzt und bei großen Kreditsummen sind Gremienentscheidungen seit langem üblich. Allerdings ist das auch die ideale Basis, um die Verantwortung abzuwälzen.
Ein Unternehmer der nachfragt, erhält vom Banker ausweichende Antworten. Besonders beliebt sind als Verantwortliche die Marktfolge, der Vorstand, der Aufsichtsrat oder Bestimmungen wie Basel II oder das Rating. Auf keinen Fall Personen, denen man in die Augen schauen und mit denen man diskutieren kann. Es steht Banken zu, Kredite abzulehnen, da es sich um Wirtschaftsunternehmen handelt. Das Entziehen aus der Verantwortung für die Entscheidung hinterlässt jedoch beim Unternehmer ein Gefühl der Ohnmacht.
Was kann ein Unternehmer dagegen tun?Es ist schwer eine Kreditentscheidung zu kippen, aber es gibt Fälle in denen es geklappt hat. Ein Brief an den Vorstand bei Volksbank und Sparkasse oder die Regionalleitung bei Großbanken mit Mehrfertigung an den Kundenberater kann hilfreich sein. Wichtig ist es dabei den Vorgang sachlich darzustellen und Drohungen oder negative Aussagen über den Kundenberaters zu vermeiden. Wenn Sie zusätzliche Informationen und Unterlagen vorlegen, sind die Chancen einer Revidierung größer.
Die entscheidenden Fehler werden jedoch im Vorfeld eines Kreditgesprächs gemacht. Die Vorbereitung muss mit der gleichen Aufmerksamkeit geplant werden, wie ein Verkaufsgespräch bei einem Kunden. Auch in der Zusammenarbeit mit der Bank findet ein Verkaufsprozess statt – der Unternehmer muss die Bank von der Kreditwürdigkeit seiner Firma überzeugen.
Schwere Zeiten für Firmenkredite
Warum die Kurt Müller GmbH nur schwer einen Kredit bekommt
von Wolfgang Riedel
Die Kurt Müller GmbH beschäftigt 12 Mitarbeiter und stellt Präzisionsdrehteile für Automobilzulieferer und Betriebe der Haushaltstechnik her. Aufgrund der schlechten Auftragssituation ist der Kontokorrentkredit in Höhe von 120.000 € am Limit. Daher beantragt der Geschäftsführer Kurt Müller bei seiner Hausbank eine Krediterhöhung um 50.000 €. Da Herr Müller bisher nur den Jahresabschluss und auf Wunsch eine Betriebswirschaftliche Auswertung (BWA) eingereicht hat, bekommt er zunächst einmal eine lange Aufgabenliste. Die Anforderungen der Bank reichen von der Jahresplanung, Soll-Ist-Vergleich, Aufgliederung nach Geschäftsbereichen bis zur Liquiditätsplanung. Bis die Unterlagen fertig gestellt sind, vergehen vier Wochen, in denen der Kreditantrag nicht bearbeitet wird. Erst nach Prüfung der eingereichten betriebwirtschaftlichen Daten findet nach weiteren zwei Wochen ein Gespräch über den Kreditwunsch statt. Die Kreditgenehmigung erfolgt genau zwei Monate nach der Beantragung durch Herrn Müller.
Was ist schief gelaufen?
In einer Umfrage des Bundes der Selbstständigen (BdS) gaben 44 Prozent der befragten Firmen an, dass es deutlich schwerer geworden ist einen Kredit zu bekommen. Aufgrund der befürchteten Pleitewelle haben Banken erhöhte Anforderungen an die Kreditvergabe. Ohne detaillierten Check der wirtschaftlichen Zahlen erfolgt keine Kreditvergabe. Mittlerweile werden für kleine Betriebe, wie die Kurt Müller GmbH, die gleichen Unterlagen gefordert wie von großen Betrieben. Das ist ein Grund, warum kleine Unternehmen derzeit besonders schwer an Kredite gelangen.Größere Betriebe versorgen ihre Banken seit langem regelmäßig mit betriebswirtschaftlichen Zahlen, so dass jederzeit Transparenz über Entwicklung vorliegt. Kleine Firmen reichen der Bank nur nach Aufforderung und meist zähneknirschend ihre Zahlen ein. Um bei einem Kreditbedarf keine Zeit zu verlieren, ist es daher auch für kleine Betriebe notwendig ein Informationssystem für die Banken, das so genannte Bankenreporting aufzubauen. Der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes Roßwog sagt dazu: "Wer erst kommt, wenn die Liquiditätsklemme unverkennbar ist, handelt seiner Bank gegenüber unfair und vor allem unklug".
Die regelmäßige Einreichung folgender Unterlagen ist mindestens erforderlich:
Jahresplanung, BWA mit abgegrenzten Waren und halbfertigen Arbeiten, Soll-Ist-Vergleich, Hochrechnung auf Jahresende, Planung für mindestens ein Folgejahr.
Bei einer erkennbaren Liquiditätsklemme sind auch die Einreichung einer Liquiditätsplanung und ein Zukunftskonzept erforderlich.
Für kleinere Firmen ist es schwierig diese Unterlagen selbst zu erstellen und auch der Steuerberater kann nicht in der erforderlichen Tiefe in den Betrieb eindringen. Zur Unterstützung gibt es Experten, z.B. von www.riedexco.de, die Unternehmen beim Aufbau eines Bankenreportings unterstützen und das Reporting regelmäßig, in der Regel alle drei Monate, durchführen. Selbstverständlich erfolgt auch eine Begleitung zum Kreditgespräch in der Bank.Die aufbereiteten Firmenunterlagen helfen nicht nur der Bank bei der Kreditentscheidung, sondern auch dem Unternehmer bei der Steuerung seiner Firma. Die regelmäßige Einreichung von Unterlagen ergibt noch keine automatische Kreditzusage der Bank, aber es hilft Vertrauen zu schaffen und beschleunigt die Kreditzusage.
KfW erhöht Zinsen für Förderkredite
KfW erhöht Zinsen für Förderkredite
Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) hat die Zinsen für Förderkredite zum 16.12.2010 erhöht. Die Zinssätze für die häufig genutzten Förderprogramme KfW-Unternehmerkredit und KfW-Startgeld wurden jeweils um 0,3 Prozentpunkte angehoben. Damit wurden die Zinsen in den letzten vier Wochen zum zweiten Mal angehoben. Der steigende Trend bei den langfristigen Zinsen hat sich somit verfestigt.
Die Zinsen der KfW liegen jedoch immer deutlich unter den jeweils vergleichbaren Zinssätzen des Kapitalmarktes. Die aktuellen Effektivzinssätze betragen somit für das KfW-Startgeld 4,96% in der Variante mit 10 Jahren Laufzeit und 4,85 % in der Variante mit 5jähriger Laufzeit. Die Konditionen des KfW-Unternehmerkredits belaufen sich bei 10-jähriger Laufzeit auf 3,38 % effektiv in der besten Ratingklasse für Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Das KfW-Startgeld eignet sich für Existenzgründungen bis 50.000 €; der KfW-Unternehmerkredit ist eine gute Möglichkeit für Investitionen von bestehenden Unternehmen, die mindestens zwei Jahre bestehen. Nicht erhöht wurden die Zinsen für das ERP-Innovationsprogramm.
Für weitere Informationen zu Förderprogrammen der KfW steht im Raum Karlsruhe auch der bei der KfW akkreditierte Gründercoach RIEDEXO unter www.riedexo.de zur Verfügung. Riedexo ist auch aktives Mitglied des regionalen Kompetenz-Netzwerk KAPF.
